Monotales & The Bowmans


Nun ist es also da, das vierte Werk aus der Monotales-Manufaktur: «Kiss the Money and Run». Das Titelstück eröffnet die Platte im Stile eines Mantras, das einen bluesig umhüllt und zum Komplizen macht. Und dann geht es fulminant weiter: Kleine-Leute-Tom-Waits-Welten treffen auf filigran eingestreute Psychedelik, der Tod huscht als Variable durchs Klangbild und dann ist natürlich auch immer wieder die Liebe, die verhandelt wird. Eine starkes, gereiftes Album – das live natürlich noch schöner klingt als aus dem Lautsprecher.

Der Ozean trennt normalerweise die beiden Zwillingsschwestern: Claire lebt in den USA, Sarah in der Innerschweiz. Dass “The Bowmans” gemeinsam auftreten, ist daher eher selten – und auf jeden Fall schade, weil die beiden auf der Bühne blind harmonieren, wie es eben nur “Twin Sisters” können. Ihre Musik spannt dabei einen Bogen von Klassik über Folk zu Americana, ist mal eindringlich und mal überschwänglich fröhlich und beeindruckt mit zwei Stimmen, die einander ergänzen und ein neues Ganzes schaffen, wie aus einem Guss.